Cowboy Charlie – Kinderbücher von Blanca Robson

Vom zwölften Stock auf die Ranch: zwei Kinderbücher von Blanca Robson.

Band 1 zum Vorlesen ab 4, Band 2 für Kinder von 6 bis 12. Als Taschenbuch und gebundene Ausgabe bei Amazon, Band 1 auch als E-Book.

Die Bücher

Cover von Band 1

Ein Junge träumt sich frei

Band 1 · 2025 · 21 Kapitel, 188 Seiten · Lesealter 4–14

Charlie lebt im 12. Stock eines grauen Hochhauses. Freunde? Fehlanzeige. Abenteuer? Nur in seinem Kopf. Wenn er seinen Cowboyhut aus Zeitungspapier aufsetzt, wird aus der engen Stadtwohnung eine weite Prärie.

Dann kommt ein Brief, der nach Pferd riecht: Papa bekommt eine Stelle als Hausmeister auf dem Gestüt Donnerfeld. Auf der Ranch lernt Charlie das echte Cowboyleben kennen, mit Mist, Hufen, Zäunen, Pony Muffin, einem verschwundenen Huhn und einem Sommersturm. Eine warmherzige Geschichte über Mut, Freundschaft und den Glauben an sich selbst, ohne Revolver und ohne Rauflust.

Cover von Band 2

Das goldene Herbstlicht

Band 2 · 2026 · 19 Kapitel, 223 Seiten · Lesealter 6–12

Auf der Donnerfeld-Ranch leuchten die Blätter, die Äpfel sind reif, und ausgerechnet der erste Tag an der Dorfschule in Sattelbach macht Charlie weiche Knie. Zum Glück sind Jette, Pony Muffin und die Hunde Dusty und Schnitzel an seiner Seite.

Ein Pferd ohne Namen, ein verschwundener Kürbis und jede Menge tierische Eigenwilligkeiten halten die Freunde auf Trab, bis Rauch über dem Hof aufsteigt. Zwischen Apfelernte und Laternenlicht lernt Charlie, dass Vertrauen Zeit braucht und Mut manchmal ganz leise beginnt. Zum Ranchfest kommt der Countrysänger Ryan Robson. Eine kurze Einführung erleichtert neuen Leserinnen und Lesern den Einstieg.

Leseprobe

Hochhaus mit Wolkenblick

Band 1, aus dem ersten Kapitel

Manchmal stellte Charlie sich vor, das Hochhaus sei ein riesiger Turm mitten in der Wüste. Ein einsamer Wachturm, von dem aus Cowboys nach vorbeiziehenden Banditen Ausschau hielten. Dann war er kein gewöhnlicher Junge mehr. Dann war er Cowboy Charlie, der Hüter der Prärie, mutiger als ein Puma, schneller als der Wind und mit einem Blick, der jeden Schurken das Fürchten lehrte.

In Wirklichkeit war das Hochhaus allerdings einfach nur grau. Es war alt, es war hässlich und roch in den Fluren nach kaltem Zigarettenrauch, nach saurem Putzmittel und gelegentlich nach nassem Hund. Vierzehn Stockwerke ragte es in den Himmel, wie ein riesiger Betonfinger, der den Wolken drohte.

Charlie setzte sich oft auf das breite Fensterbrett in der Küche. Es war sein heimlicher Lieblingsplatz. Während das Radio leise vor sich hin plätscherte, sah er hinaus – und hinein in seine Fantasie.

Draußen zogen Wolken vorbei, aber in Charlies Kopf wurde daraus Staub, den die Hufe einer Pferdeherde aufwirbelten. Autos wurden zu Kutschen. Baukräne zu Silhouetten ferner Canyons. Die Straße vor dem Haus war eine weite Prärie.

Er hatte ein Pony aus Pappkarton gebastelt. Es war nicht besonders schön – aber für Charlie war es das schnellste Pony westlich der Küchenzeile.

Nebel, Nerven und ein erster Schultag

Band 2, aus dem ersten Kapitel

Der Nebel kam leise.

Nicht wie ein Sturm, der Türen aufreißt und Fenster klappern lässt. Nicht wie Regen, der auf Dächer trommelt und ruft: Hier bin ich! Nein – der Nebel kroch. Er schlich sich über die Wiesen, legte sich zwischen die Apfelbäume, schob sich vorsichtig an den Zaunpfosten vorbei und umarmte die Ranch, als wolle er sie noch ein bisschen festhalten.

Charlie bemerkte ihn schon, als er die Augen öffnete.

Das Zimmer war hellgrau statt golden. Das Fenster war beschlagen, und draußen verschwamm die Welt zu einem einzigen weichen Umriss. Muffins Koppel war nur zu erahnen – ein Schatten im Dunst.

Heute also, dachte Charlie. Heute beginnt es.

Er blieb einen Moment liegen und hörte zu. Kein Hahn krähte. Kein Hund bellte. Selbst die Vögel schienen noch zu überlegen, ob sie wirklich schon wach sein wollten. Nur irgendwo, ganz leise, klapperte ein loses Stück Holz am Schuppen im Wind – klack… klack… klack.

Wer auf der Ranch lebt

  • Offiziell Cowboy Charlie Thunderboots. Trägt fast immer seinen Cowboyhut, außer beim Schlafen, meistens. Führt ein Notizbuch voller selbst erfundener Cowboy-Regeln. Früher lebte er in der grauen Stadt, heute auf der Ranch.
  • Braun, zottelig, mit weißer Blesse. Testet jeden neuen Reiter, liebt Brombeeren (lila Lippen inklusive) und schnaubt meistens: „Na gut, aber nur weil du es bist.“
  • Charlie fand ihn zitternd in einem verlassenen Schuppen am alten Bahnhof und nannte ihn nach dem Staub der Prärie. Schläft auf Charlies Füßen und springt in jedes Gewässer.
  • Frau Donnerfelds Nichte, zwei blonde Zöpfe, unzählbar viele Sommersprossen und die Energie von drei Windrädern. Charlies beste Freundin, auch wenn sie den Titel „Sheriff“ bevorzugt.
  • Ihr gehört das Gestüt Donnerfeld, und das wissen alle, auch die Hühner. Streng und warmherzig zugleich, mit einem leisen Schmunzeln für die Abenteuer der Kinder. Zugeben würde sie das nie.
  • Repariert die Zäune, zähmt den Schlauch und taucht genau im richtigen Moment auf. Er nennt Charlie immer noch Cowboy, selbst wenn der bis zu den Knien im Schlamm steckt.
  • Ohren wie kleine Segel und gelegentlich der Glaube, er sei ein Huhn. Trotzdem der beste Spürhund der Ranch, wenn es um verschwundene Hühner oder Kekse in Jackentaschen geht.
  • Groß, schwarz, ohne einen hellen Fleck. Er steht am Rand der Koppel und traut nicht jedem sofort. Charlie lernt bei ihm, dass Vertrauen nicht schneller wächst, nur weil man ungeduldig wird.
  • Ein Countrysänger, der zum Ranchfest im goldenen Herbstlicht auf den Hof kommt, mit Gitarrenkoffer und echtem Staub an den Stiefeln. Ob der Name Robson Zufall ist? Das bleibt ein Familiengeheimnis.

Charlies Cowboy-Regeln

Charlie schreibt in sein Cowboybuch, was er auf der Ranch lernt. Ein paar davon kannst du hier ziehen. Alle anderen stehen in den Büchern.

Mutig ist nicht laut. Manchmal reicht ein Schritt. Und ein Pony. Und wenn du nicht weißt, was du sagen sollst: Mhm.

Cowboy-Regel Nr. 1 aus Band 2

Über Blanca Robson

Porträt von Blanca Robson

Blanca Robson schreibt die Kinderbuchreihe Cowboy Charlie: Geschichten von einem stillen Jungen, der seinen Platz findet, zwischen Koppel, Dorfschule und einem Notizbuch voller selbst erfundener Regeln.

In ihren Büchern geht es nie um Revolver oder Rauflust, sondern um Rücksicht, Hilfsbereitschaft, Selbstvertrauen und Zivilcourage. Die Sprache ist leicht und humorvoll, der Erzählrhythmus ruhig: zum Vorlesen am Abend und für erste eigene Seiten.

In der Backroad Bücherecke auf Backroad Country Radio spricht sie über Bücher. Und ob der Countrysänger Ryan Robson, der im zweiten Band auf der Donnerfeld-Ranch spielt, mit ihr verwandt ist? Das bleibt ein Familiengeheimnis.

Blanca Robson

Autorin von Cowboy Charlie

Charlie, Jette, Muffin und die Hunde vor der Donnerfeld-Ranch bei Sonnenuntergang.

Blanca im Radio

Zweimal am Tag läuft auf Backroad Country Radio die Backroad Bücherecke: Blanca Robson spricht dort auf Deutsch über Bücher. Das Radio sendet rund um die Uhr.

Backroad Country Radio hören